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Erkrankungen der Prostata

Die gutartige Vergrösserung der Prostata (BPH)

Die gutartige Vergrößerung der Prostata wird von Ärzten als "benigne Prostatahyperplasie" - abgekürzt "BPH" - bezeichnet ("Benigne" ist das lateinische Wort für "gutartig" und "Hyperplasie" kommt aus dem Griechischen und bedeutet "übermäßige Größe"). Die gutartige Vergrößerung der Prostata ist eine Volkskrankheit - die häufigste "Männerkrankheit" überhaupt. Kaum ein Mann bleibt verschont: Bei jedem zweiten Mann zwischen 40 und 60 Jahren ist die Prostata vergrößert, und von den über 80-Jährigen ist schon fast jeder betroffen.

Die gutartige Vergrößerung der Prostata macht sich durch ein verschiedene Unannehmlichkeiten bemerkbar. Man unterscheidet dabei zwischen Reizerscheinungen und Störungen der Blasenentleerung. Der Arzt spricht hier von Miktionsbeschwerden (Miktion = Blasenentleerung). Gemeint ist der schwächer werdende Harnstrahl und das Gefühl der unvollständigen Blasenentleerung. Bei Harndrang ist oft ein anfängliches Warten vor dem Wasserlösen nötig, und das Nachtröpfeln kann auch störend sein. Häufiges nächtliches Wasserlösen vermindert die Lebensqualität erheblich.

Aufgrund chronischer Harnwegsinfekte bei Restharn kann es unter Umständen zu einer lästigen Harndrangsymptomatik kommen. Auch ist möglich, dass überhaupt kein Harn mehr gelöst werden kann bei voller Blase (sogenannter akuter Harnverhaltung).

Das Prostatakarzinom

Das Prostatakarzinom ist der zweithäufigste Tumor des Mannes nach dem 50. Lebensjahr. Entscheidend für eine Heilung ist die frühzeitige Erkennung. In der Schweiz wird hierzu die Vorsorgeuntersuchung ab dem 45. Lebensjahr empfohlen. Ein nicht unerheblicher Anteil der Prostatakarzinome ist ohne Krankheitszeichen und bleibt zu Lebzeiten unerkannt. Therapeutisch stehen neben dem "beobachtenden Nichts-tun" die Operation und Strahlentherapie neben anderem wie Hormontherapie zur Verfügung.

Akute Prostatitis

Bei der akuten Prostatitis handelt es sich um ein Krankheitsbild mit Harndrang, Harnbrennen, Fieber, Schüttelfrost, Dammschmerzen und allgemeinem Krankheitsgefühl. Die Prostata erscheint beim Ertasten vom Darm her eher weich, geschwollen und schmerzhaft.

Chronische Prostatitis

Bei der chronischen Prostatitis werden verschiedene Formen unterschieden, je nachdem, ob im Prostatasekret Bakterien gefunden werden oder nicht. So wird eine chronische bakterielle Prostatitis von einer nicht bakteriellen unterschieden. Eine Sonderform der chronischen Prostatitis stellt das CPPS (Chronic pelvic pain syndrome) dar. Die chronische Prostatitis ist erstaunlich häufig. Man rechnet, dass etwa 35% aller Männer einmal im Leben an einer sogenannten Prostatitis erkranken. In 5% der Fälle handelt es sich dann um eine chronisch-bakterielle, in 65% um eine nichtbakterielle Prostatitis und in rund 30% um ein sog. CPPS. Im Vordergrund stehen als Symptome Blasenreizzeichen, Schmerzen bei der Ejakulation, evtl. auch eine Blutbeimengung zum ejakulierten Samen.

Chronische nichtbakterielle Prostatitis (Prostatodynie)

Die chronische nichtbakterielle Prostatitis oder Prostatodynie (auch: vegetatives Urogenitalsyndrom) entstehen von der Prostata ausgehende Beschwerden ohne nachweisbare organische Ursache mit Schmerzen im Dammbereich und Ausstrahlung in Hoden bzw. Leistenregion, Brennen und Juckreiz in der Harnröhre.

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